Ein ganzes Jahr ist vergangen. Der Blog wurde für ganz kurze Zeit durch einen anderen ersetzt. Doch auch für ihn hatte ich keine Zeit, denn ich musste mich auf die Abschlussprüfung und den Umzug vorbereiten. Die Lernerei hat mich fast in den Wahnsinn getrieben, ich musste nochmal in meinem Ausbildungsbetrieb richtig hart ackern und dennoch habe ich mich wahnsinnig auf die “Freiheit” gefreut. Schließlich waren die Prüfungen überstanden und auch sehr gut bestanden und der Sommer konnte beginnen.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge habe ich die Kollegen zurückgelassen. Bei manchen war ich sehr glücklich darüber sie nie wieder sehen zu müssen. Dann waren da aber noch die Leute, die man so ins Herz geschlossen hat und auch wenn man weiß der Kontakt wird durch die Entfernung und die verschiedenen Welten irgendwann im Sand verlaufen ist man traurig.

Ein letzter Urlaub bei der Familie, viele nette und lustige Stunden und dann ging der Umzug los. Auf den letzten Drücker und auch irgendwie durch Zufall haben wir unsere jetztige Wohnung gefunden. Sie liegt in einer ruhigen Wohngegend und ist im dritten Stockwerk, direkt unter dem Dach. Dank unseren fleißigen Helfern verlief der Umzug ohne Probleme und die neue Zeit konnte beginnen.

Im Freistaat fühle ich mich richtig wohl. Habe mich an die Stadt und den Fluss gewöhnt und mich schon eingelebt. Eine neue Liebe hat sich auch gefunden… (: Kochen kann nämlich doch Spaß machen! In den alten vier Wänden war das nämlich fast unmöglich und hier erwartete mich eine wunderschöne, große Küche. Vielleicht werde ich auch in der nächsten Zeit euch ein paar Rezepte vorstellen die ich gefunden habe. Denn hier erwies sich das Internet als treuen Helfer. Bisher sind alle Rezepte gelungen und nun ist sogar mein Freund von den Kochkünsten angetan.

Nach dem Einzug habe ich mich direkt in die Suche nach einer passenden Arbeit geworfen. Recht schnell hat sich da auch was gefunden. Doch ich musste feststellen, das die Arbeitswelt nicht gerade fair ist und ich musste mich regelrecht zwingen, jeden morgen aufzustehen. Nach einer Weile habe ich dann gekündigt, weil ich für mich selbst beschlossen hatte, etwas besseres zu finden und mir erstmal Zeit für mich nehmen wollte um mir klar zu werden was ich überhaupt will. Denn auch das ist nicht gerade einfach.

Nun sind einige Monate vergangen, die Zeit rast an einem vorbei und irgendwie fühle ich mich keinen Schritt weiter. Ich habe mir sehr viele Gedanken über mich, mein Umfeld, die Arbeit und die Welt gemacht. Dann auch leider festgestellt, das etwas schief gelaufen ist und das es nicht besser wird, wenn wir nichts dagegen tun. Mit dieser Erkenntnis bin ich schon weiter als manch anderer. Nur was mir das nun für die Zukunft bringt und was ich als Einzelne tun muss/kann, bin ich mir noch nicht so sicher.

Nur eins weiß ich genau. Der Fluss fließt immer weiter, als wenn nichts gewesen wäre. Und ihm ist es egal ob es mir gut oder schlecht geht, ob ich an seinem Ufer wohne oder weit entfernt. Er fließt.

Agnes Obel-Riverside